PIKA Pflege in Kinderaugen

Ein Projekt des Netzwerks Pflegewissenschaft und Praxisentwicklung im VPU

Das Netzwerk Pflegewissenschaft und Praxisentwicklung im VPU e.V. befasst sich mit der Wertschätzung und dem Berufsstolz in der Pflegeprofession. Aktuell wird immer wieder über die Belastungen und Beanspruchungen in der Pflege gesprochen und diskutiert, inwiefern Pflegefachpersonen Berufsstolz empfinden. Mit dem Projekt soll daher die Leistung der Pflegefachpersonen stärker in das Bewusstsein von Wertschätzung und Berufsstolz gerückt werden. Universitätsmedizinstandorte bieten mit ihrem hohen Leistungsanspruch und der Komplexität der pflegerischen Versorgung eine wichtige Grundlage hierfür. Es bleibt jedoch die Frage, inwiefern dies sowohl im Selbstverständnis der Pflegefachpersonen als auch gesellschaftlich umfassend verankert ist.

Projektbeschreibung

Vor diesem Hintergrund initiierte eine Arbeitsgruppe des Netzwerks Pflegewissenschaft und Praxisentwicklung im Jahr 2022 eine Malaktion für Kinder und Jugendliche. Durch dieses Projekt wurde das Berufsbild der Pflegefachpersonen im klinischen Setting aus einer neuen, gesellschaftlichen Perspektive beleuchtet.
Illustration Projektbeschreibung PiKA

Zielgruppe des Projekts waren sowohl stationär aufgenommene Kinder als auch Kinder von Besuchern oder Pflegepersonal, die auf Malvorlagen ihre Perspektiven auf den Pflegeberuf darstellten. Ende 2023 wurde die Malaktion auf weitere Universitätskliniken ausgeweitet. Die Bilder konnten auf der Station abgegeben, per Post direkt an den VPU oder digital per E-Mail eingereicht werden. Neben der Angabe des Vornamens und Alters des Kindes hatten die Teilnehmenden zusätzlich die Möglichkeit, das gemalte Bild mit eigenen Worten durch einen Titel oder einen beschreibenden Satz näher zu erläutern. Es wurde darauf geachtet, dass nur Bilder berücksichtigt wurden, die auf der Malvorlage eingereicht wurden. Auf der Malvorlage konnten die Erziehungsberechtigten einer Veröffentlichung und/oder Analyse der Bilder zustimmen und dies unterzeichnen, andernfalls wurde das Bild nicht berücksichtigt.

Von den acht beteiligten Universitätskliniken wurden insgesamt 300 Bilder eingereicht. Die Bilder bieten interessante Einblicke, wie Kinder Pflegefachpersonen wahrnehmen, welche Aufgaben sie ihnen zuweisen und welche Eigenschaften sie ihnen zuschreiben. Das Projekt bietet nicht nur die Möglichkeit, die Pflegearbeit im pädiatrischen Bereich der Klinik öffentlich zu machen, sondern stärkt auch die interne und externe Wahrnehmung der beteiligten Einrichtungen und des Berufsbildes der Pflegeprofession. Es hilft, die professionelle und oft unsichtbare Arbeit von Pflegepersonen in den Vordergrund zu rücken. Dies steigert den Berufsstolz der Pflegefachpersonen und das Ansehen der Pflegeberufe. Indem die täglichen Herausforderungen und Erfolge sichtbar gemacht werden, kann eine tiefere Wertschätzung für den Pflegeberuf innerhalb und außerhalb der Klinik gefördert werden.

PiKA goes Pixi-Wissen

Ein Kinder-Sachbuch zum Pflegeberuf

Unter der Leitung der Stabsstelle Pflegeentwicklung der Universitätsmedizin Frankfurt entwickelten Pflegefachpersonen sowie Pflegewissenschaftlerinnen und Pflegewissenschaftler gemeinsam mit einem Kinderbuchverlag ein Sachbuch. Das Buch soll Kindern eine unvoreingenommene Sicht auf den gesellschaftlich relevanten Pflegeberuf im Krankenhaus, in der Langzeitpflege und in der ambulanten Versorgung ermöglichen.

Damit wird ein grundlegender Beitrag zur Förderung eines gesunden Berufsstolzes in der Pflege geleistet. Zugleich soll das Buch eine differenzierte gesellschaftliche Anerkennung pflegerischen Handelns unterstützen.

Das Sachbuch stellt die vielfältigen Einsatzbereiche der Pflege dar – von der Geburtshilfe bis zur onkologischen Versorgung und von der Schulgesundheitspflege bis zur gerontopsychiatrischen Pflege. Ziel des Buches ist es, über den Pflegeberuf aufzuklären und das Interesse an diesem Berufsfeld zu fördern. Langfristig soll das Projekt dazu beitragen, die Entwicklung einer ausreichenden Zahl qualifizierter Fachpersonen zu unterstützen und die Zukunft unseres Gesundheits- und Versorgungssystems aktiv mitzugestalten.

Insbesondere eine ausreichende Personalausstattung kann dazu beitragen, körperlichen, emotionalen und moralischen Belastungen einzelner Pflegefachpersonen vorzubeugen und ein gesundheitsförderndes, arbeitsbezogenes Kohärenzgefühl zu stärken.

Projektziel

Das Buch wurde im Frühjahr 2026 kostenlos an regionale Kindertageseinrichtungen in Deutschland versandt – mit jeweils zwei Exemplaren pro Einrichtung.

Ab Oktober 2026 kann das Buch über die Geschäftsstelle des Verbands der PflegedirektorInnen der Universitätskliniken Deutschlands (VPU) e. V. erworben werden. Weitere Informationen dazu folgen.

Wer stand hinter dem Projekt?

Das Buch entstand im Rahmen des PiKA-Projekts des Netzwerks Pflegewissenschaft & Praxisentwicklung im Verband der PflegedirektorInnen der Universitätskliniken Deutschlands (VPU) e. V. Das Projekt wurde von der Pflegeentwicklung der Universitätsmedizin Frankfurt am Main geleitet.

Die beteiligten Akteure sind:

  • Dr. Tobias Mai (Universitätsmedizin Frankfurt)
  • PD Dr. Antje Tannen (Charité Berlin) (und AJUM Berlin)
  • Andreas Kocks, M.Sc. (Universitätsklinikum Bonn)
  • Nicole Feldmann, M.Sc. (Universitätsklinikum Oldenburg)
  • Jennifer Luboeinski, M.A. (VPU e.V.)

In Zusammenarbeit mit dem Carlsen-Verlag.

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Kinder mit einem Buch in der Hand

Zweiter Platz für Projekt PiKA beim Frankfurter Pflegepreis

Am 07. Mai 2024 wurde zum ersten Mal der Frankfurter Pflegepreis von der Stadt Frankfurt unter dem Motto "Wertschätzung in der Pflege" verliehen. on insgesamt 14 Bewerbungen gelangten fünf Finalisten in die engere Auswahl. Das Projekt "Pika - Pflege in Kinderaugen", erreichte den zweiten Platz und wurde mit einem Preisgeld von 1.500 Euro ausgezeichnet.
Verleihung des Frankfurter Pflegepreises Gruppenfoto mit Gewinner